50 Jahre TNC-Steuerungen von HEIDENHAIN!

Es ist eine faszinierende Geschichte der technischen Entwicklung.

Begeben Sie sich mit uns auf eine Zeitreise und erfahren Sie die wichtigsten Meilensteine der TNC-Entwicklung von 1976 bis heute.

Wie kam es denn dazu, dass HEIDENHAIN 
Steuerungen für Werkzeugmaschinen entwickelte?

Mit den ersten 1973 verfügbaren Mikroprozessoren, sowie den damals bereist verfügbaren Positionszählern wurden erste Versuchssteuerungen entwickelt, die allerdinsg aufgrund der geringen Rechnenleistung nicht simultan arbeiten konnte. Für mehrachsige Anwendungen entwickelte man daher eine Programmspeichereinheit, die schon zu dieser Zeit einen entscheidenden Vorteil bot: Daten konnten direkt über eine Tastatur eingegeben werden – ein zentrales Merkmal einer werkstattprogrammierbaren Steuerung. Diese frühe Lösung wurde zwar in kleinen Stückzahlen verkauft, erwies sich jedoch als zu groß, zu komplex und zu teuer für den breiten Einsatz.

Den entscheidenden Impuls lieferte schließlich 1976 eine konkrete Anforderung der Firma MAHO aus Pfronten. Gefordert wurde eine kompakte, bezahlbare und vor allem einfach zu bedienende Steuerung. Zielpositionen sollten direkt eingetippt und unmittelbar angefahren werden können. Der Vorschub sollte intuitiv über ein Potentiometer vom Maschinenbediener selbst eingestellt werden. Diese Anforderungen markierten die Geburtsstunde der TNC.

Mit der TNC 110 gelang HEIDENHAIN ein wegweisender Durchbruch: Erstmals konnten Anwender Bearbeitungspositionen direkt an der Maschine eingeben. Das brachte neue Vielseitigkeit in die Fertigung – und hielt zugleich das Erfahrungswissen der Maschinenbediener fest im Prozess verankert. Ein Prinzip, das HEIDENHAIN Steuerungen bis heute prägt.

Wichtige Meilensteine in der TNC-Entwicklung

1976

TNC 110

TNC 110, noch ohne Programmspeicher.
Rund zehn Seiten genügten, um Inbetriebnahme und 
Bedienung zu beschreiben.

1977

TNC 121

Bereits ein Jahr später folgte die TNC 121 mit Programmspeicher und den typischen orangenen Funktionstasten

1979

TNC 135

Mit der TNC 135 führte HEIDENHAIN die Klartext-Programmierung ein. Klare, verständliche Anweisungen führen Schritt für Schritt durch alle notwendigen Eingaben – heute in über 20 Sprachen. Sie war zugleich die erste TNC-Steuerung mit Bildschirm und setzte damit neue Maßstäbe in der Bedienfreundlichkeit.

1981

TNC 145

Die erste TNC-Bahnsteuerung: Komplizierte Konturen können mit Hilfe des Klartext-Dialogs direkt an der Maschine programmiert werden.

1984

TNC 155

Die TNC 155 mit grafischer Simulation in der Bearbeitung Die TNC´s können dank DIN/ISO-Programmierung jetzt auch in der Ausbildung eingesetzt werden. 

1987

TNC 355

Die Trennung von Tastatur und Logikeinheit entwickelte sich rasch zum Erfolgskonzept

1994

TNC 426

Mit dem Geschwindigkeits- und Stromregler ist die komplette Antriebsregelung in die TNC integriert. Es steht jetzt auch ein Komplettpaket mit Motoren und Umrichtern zur Verfügung.

2001

iTNC 530

Die iTNC 530 (iTNC = TNC mit intel-Prozessor-Architektur) führt die langjährige Tradition der TNC-Bahnsteuerungen fort und setzt neue Maßstäbe in Leistung und Schnelligkeit. Erstmals wurde der NC-Hauptrechner von der Reglereinheit getrennt.

2011

TNC 640

Erstmals vereint eine TNC-Steuerung das Fräsen und Drehen für die Komplettbearbeitung mit neu gestalteter Tastatur, elegantem Edelstahlgehäuse und großem 19-Zoll-Monitor.

2021

TNC7

Die TNC7 überzeugt mit durchdachten und aufgabenorientierten Lösungen für den Arbeitsalltag. Dafür kombiniert sie die vertrauten Funktionen des Klartext mit von Grund auf neu entwickelten Features wie der grafischen Programmierung.

HEIDENHAIN Klartext – die Sprache der Werkstatt

Seit der ersten TNC 110 aus dem Jahr 1976 stehen HEIDENHAIN-Steuerungen für konsequent werkstattorientierte CNC-Technologie. Das bedeutet, dass sie speziell für die Programmierung direkt an der Maschine entwickelt wurden – im Dialog mit dem Maschinenbediener. Gerade im Formenbau wurden Programme häufig direkt an der Maschine erstellt, da ein zentraler Programmierplatz  in vielen Fällen zu teuer oder unpraktisch war. 

Die TNC 135 aus dem 1979 war die erste TNC-Steuerung mit Klartext-Programmierung. Diese Punkt- und Streckensteuerung für Maschinen mit drei Achsen war zugleich die erste TNC-Steuerung mit Bildschirm und setzte damit neue Maßstäbe in der Bedienfreundlichkeit.

Die Klartext-Programmierung zeichnet sich durch ihre einfache und werkstattgerechte Handhabung aus. Der Facharbeiter wird bei der Programmerstellung von der TNC im Dialog mit leicht verständlichen Worten geführt. Der HEIDENHAIN-Klartext-Dialog unterstützt den Anwender aktiv im Arbeitsprozess: Klare, verständliche Anweisungen führen Schritt für Schritt durch alle notwendigen Eingaben – heute sogar in über 20 Sprachen.

TNC-Bearbeitungsprogramme sind aufwärtskompatibel, das bedeutet, dass auch Programme älterer TNC-Generationen auf neuen Steuerungen lauffähig bleiben. Beim Wechsel auf eine leistungsfähigere TNC muss der Benutzer daher nicht bei null anfangen, sondern sich lediglich mit zusätzlichen Funktionen vertraut machen.

Die TNC 135 mit Klartext-Programmierung

Herausragende Funktionen für den Maschinenbediener

  • Bewegungsführung
  • Kollisionsüberwachung
  • Einrichten
  • CAD-Import

Wissen Sie eigentlich

wofür TNC steht?
     

TNC steht für Tipp Numerical Control

wie viele TNC-Steuerungen bis heute verkauft wurden?

Es sind 335.000 Stück

wie viele unterschiedliche TNC-Modelle es bisher gab?

Es wurden bisher 55 verschieden Modelle entwickelt.

45 Jahre Technische Schulungen bei HEIDENHAIN

Praxisnahe Schulungen mit hohem Nutzwert haben bei HEIDENHAIN eine lange Tradition: Über Jahrzehnte hinweg wurden sie kontinuierlich aufgebaut und weiterentwickelt. Heute bilden sie einen zentralen Baustein für den erfolgreichen Einsatz von HEIDENHAIN-Technologie.

Als HEIDENHAIN im Jahr 1981 die Abteilung „Kundendienst – Schulung und Dokumentation“ gründete, bestand sie zunächst aus nur einer Person. Diese organisierte die ersten TNC-Schulungen mit dem Ziel, HEIDENHAIN-Vertretungen mit der Anwendung und Reparatur der Steuerungen TNC 121, TNC 125 und TNC 131 vertraut zu machen. Bereits ein Jahr später startete HEIDENHAIN mit regelmäßigen TNC-Programmierschulungen.

Ursprünglich richteten sich diese ausschließlich an Maschinenhersteller. Man ging davon aus, dass sie ihr Wissen zur NC-Programmierung selbst an ihre Kunden weitergeben. Parallel dazu bot HEIDENHAIN – zunächst nur für eigene Vertretungen – Feldservice- und Reparaturschulungen an.

1992 wurden im Zuge einer betrieblichen Umstrukturierung alle Schulungsaktivitäten in der Abteilung Technische Schulungen gebündelt.

Gleichzeitig veränderte sich die Teilnehmerstruktur deutlich und die Zahl der Endanwender stieg stark an. Damit rückten die konkreten Anforderungen aus der Praxis noch stärker in den Fokus. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurden die Schulungsangebote daher konsequent ausgebaut und internationalisiert:

  • TNC-Programmierkurse werden heute weltweit in Landessprache durch HEIDENHAIN-Vertretungen angeboten.
  • Seit dem Jahr 2000 gibt es Schulungen nach dem einheitlichen HEIDENHAIN Standard auch bei autorisierten Schulungspartnern.

Ein bedeutender Meilenstein war die Eröffnung des modernen Schulungsgebäudes am Firmenstandort in Traunreut im Jahr 2012. Moderne Kursräume und eine großzügige Maschinenhalle bieten optimale Bedingungen für praxisorientiertes Lernen. An individuellen Programmierplätzen setzen die Teilnehmer das Gelernte unmittelbar um – Schritt für Schritt und praxisnah. Erstellte NC-Programme können direkt auf die Steuerungen realer Werkzeugmaschinen in der rund 380 m² großen Maschinenhalle übertragen, optimiert und unter realistischen Bedingungen getestet werden. So vertiefen die Teilnehmer ihr Wissen nachhaltig.

Der erste TNC-Schulungsraum
Die Maschinenhalle in unserem Schulungszentrum

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