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50 JAHRE FORTSCHRITT
Eine Idee, die nie stehen bleibt.

Zur AMB wird HEIDENHAIN voraussichtlich die 330.000ste TNC-Steuerung ausliefern. Ein beeindruckender Meilenstein – und ein passender Anlass für einen Blick zurück.

Bereits Anfang der 1970er-Jahre geht HEIDENHAIN der Frage nach, wie sich Werkzeugmaschinen einfacher und direkter bedienen lassen. Mit den ersten ab 1973 verfügbaren Mikroprozessoren und den bereits bewährten Positionszählern entstehen erste Versuchssteuerungen. Für den breiten Einsatz sind diese frühen Lösungen jedoch noch zu groß, zu komplex und zu kostspielig. 

Den entscheidenden Anstoß liefert 1976 eine konkrete Anfrage der Firma MAHO aus Pfronten: Sie sucht eine kompakte, bezahlbare und einfach zu bedienende Steuerung. Zielpositionen sollen direkt eingetippt und ohne Umwege angefahren werden können. Aus dieser Anforderung entsteht eine Idee, die die Fertigung über Jahrzehnte prägen wird: die TNC.

1976-1977 : TNC 110 / TNC 120 / TNC 121
DIE WERKSTATT BEKOMMT EINE STIMME.

1976 beginnt HEIDENHAIN mit der Entwicklung der ersten TNC-Steuerung: der TNC 110. Sie kommt noch ohne Programmspeicher aus, ermöglicht aber bereits die direkte Eingabe und das Anfahren von Bearbeitungspositionen an der Maschine. Damit rückt das Erfahrungswissen der Maschinenbediener stärker in den Mittelpunkt und die Fertigung wird flexibler. Mit der Nachfolgesteuerung TNC 120 steht erstmals ein Programmspeicher zur Verfügung. Bis zu 64 Programmschritte können gesichert und bei wiederkehrenden Bearbeitungen erneut aufgerufen werden. 

Bereits 1977 folgt mit der TNC 121 das dritte Modell der TNC-Steuerung. Sie verfügt über einen Programmspeicher mit 128 Sätzen. Zusätzliche Befehle für
Programmteil-Wiederholungen und Unterprogramme vereinfachen die Bearbeitung und erhöhen die Effizienz. So wird aus direkter Bedienung ein wiederholbarer
Fertigungsablauf.

1979 : TNC 135
KLARTEXT ZIEHT IN DIE WERKSTATT EIN.

Mit der TNC 135 führt HEIDENHAIN die Klartext-Programmierung ein und macht das Programmieren an der Maschine deutlich verständlicher. Statt kryptischer Befehlsketten führen klare Dialoge die Anwender Schritt für Schritt durch alle notwendigen Eingaben.

Gleichzeitig ist die TNC 135 die erste TNC-Steuerung mit Bildschirm. Die Bedienung wird dadurch übersichtlicher und intuitiver. Damit setzt HEIDENHAIN neue Maßstäbe und stärkt ein Prinzip: Die Steuerung soll den Menschen an der Maschine unterstützen – verständlich, direkt und in seiner Sprache. Heute steht Klartext in mehr als 20 Sprachen zur Verfügung.

1981-1983 / TNC 145 / TNC 150

KONTUREN KOMMEN IN BEWEGUNG

Auf der EMO 1981 stellt HEIDENHAIN mit der TNC 145 die erste Bahnsteuerung vor. Erstmals können Anwender auch komplexe Konturen direkt an der Maschine programmieren – unterstützt durch den vertrauten Klartext-Dialog. Die Maschine bewegt sich damit nicht mehr nur von Punkt zu Punkt, sondern folgt der gesamten Kontur.
Bereits zwei Jahre später erweitert die TNC 150 die Möglichkeiten der Bahnsteuerung: Sie unterstützt nun vier Achsen und verfügt über eine integrierte PLC.
 

1984 / TNC 155 
WAS ENTSTEHT, WIRD SICHTBAR.

Aus Programmcode wird eine grafische Darstellung des Werkstücks: Die TNC 155 bringt die Simulation des Bearbeitungsablaufs auf den Bildschirm. Was zuvor nur als Programmcode vorliegt, wird nun als Bauteil am Bild-schirm sichtbar. Anwender können den Ablauf besser nachvollziehen und Programme noch vor der Bearbeitung prüfen. Zusätzlich zur dialoggeführten Klartext-Programmierung ermöglicht die TNC 155 die Programmeingabe nach DIN 66025.

1987 / TNC 355
MEHR FREIHEIT IM MASCHINENPULT.

Mit der TNC 355 löst HEIDENHAIN Tastatur und Logikeinheit voneinander. Dadurch gewinnen Maschinenhersteller mehr Spielraum bei der Gestaltung des Bedienfelds und können es gezielter an Maschine und Anwendung anpassen.

2001 / iTNC 530
CHIP-TUNING FÜR DIE STEUERUNG.

Zur EMO 2001 präsentiert HEIDENHAIN die iTNC 530 und läutet damit ein neues Zeitalter der TNC-Steuerungen ein. Ihr vollständig neu entwickeltes Hardwarekonzept führt das erfolgreiche Prinzip der TNC-Bahnsteuerungen fort und setzt zugleich neue Maßstäbe bei der HSC-Bearbeitung. Kurze Satzverarbeitungszeiten und eine optimale Be-wegungsführung  steigern Geschwindigkeit, Präzision und Dynamik. Erstmals trennt HEIDENHAIN zudem den NC-Hauptrechner von der Reglereinheit.
 

2011 / TNC 640
DIE TNC DENKT PROZESSE GANZHEITLICH

Die TNC 640 ist 2011 ein wichtiger Trendsetter für die Komplettbearbeitung auf einer Maschine. Sie ermöglicht den alltagstauglichen Wechsel zwischen Fräs- und Dreharbeitung – komfortabel für die Maschinenbediener und konsequent im Sinne der TNC-Philosophie.
Auch äußerlich markiert die TNC 640 den Beginn einer neuen Generation. Ein hochwertiges Edelstahlgehäuse, der großzügige 19-Zoll-Moni-tor und neu gestaltete Tasten verbessern Übersicht und Bedienkomfort. Das integrierte Maschinenbedienfeld mit LED-Anzeigen macht wichtige Betriebszustände auf einen Blick sichtbar.
 

2021 / TNC7
DIE ZUKUNFT WIRD GREIFBAR.

Mit der TNC7 markiert HEIDENHAIN 2021 den Beginn einer neuen Steue-rungsgeneration. Das vertraute Klar-text-Prinzip bleibt erhalten, wird je-doch um grafische Programmierung, Touch-Bedienung sowie eine konsequent aufgabenorientierte Benutzeroberfläche ergänzt.
Anwender können ihre Arbeitsbereiche individuell zusammenstellen und Funktionen genau dort aufrufen, wo sie im jeweiligen Arbeitsschritt benötigt werden. So unterstützt die TNC7 den gesamten Fertigungsprozess, vom Programmieren  über  das  Einrichten bis hin zur Kontrolle des fertigen Werkstücks. Das grafische 6D-Einrichten vereinfacht dabei einen weiteren zentralen Arbeitsschritt und erhöht gleichzeitig die Prozesssicherheit.
Mit dem Ausbau der TNC7-Familie wächst das Angebot kontinuierlich. Von der Ausbildung über unterschiedlichste Maschinenkonzepte bis hin zum Retrofit steht heute für jeden Einsatzzweck eine perfekt zugeschnittene Steuerung zur Wahl.