TNC treibt Durchlaufzeit voran

Wie die Komponentenfabrik der Herrenknecht AG einen leichten Einstieg in das Thema Kombinationsbearbeitungen / Dreh-Fräsen fand

Der Neubau des Gotthard-Basistunnels, der am 1. Juni 2016 eröffnet wurde, ist zurzeit in aller Munde. Er ist mit zwei Hauptröhren und 57 km Länge der längste Eisenbahntunnel der Welt. Für den maschinellen Vortrieb der Hauptröhren kamen vier Gripper-Tunnelbohrmaschinen der Herrenknecht AG zum Einsatz. Für das Unternehmen mit Sitz im badischen Schwanau ist dieses Bauwerk ein großer Erfolg. Mehr als 85 km frästen sich die Bohrköpfe durch den Fels.

Neues Maschinenkonzept in der Komponentenfabrik

Die MTE Bettfräsmaschine RT-T30 und HEIDENHAIN Fräs-Drehsteuerung TNC 640 ermöglichen es, Bauteile bis 15 000 kg Stückgewicht in einer Aufspannung gleichzeitig zu drehen und zu fräsen. Auf dem integrierten Karusselldrehtisch entstehen Bauteile bis zu 2100 mm Ø x 1500 mm, die sowohl gefräst als auch gedreht werden: schräge Taschen im Raum oder Bearbeitungen mit geschwenktem Kopf. Für die Komponentenfertigung von Herrenknecht ist dies ein Gewinn an Durchlaufzeit für eine kontinuierliche Fertigung.

TNC 640 macht Einstieg ins Fräs-Drehen leicht

Neu war das Thema kombinierte Bearbeitung für alle gleichermaßen: MTE als Hersteller von Großmaschinen bot Herrenknecht individuelle Unterstützung an, um Felderfahrung im Bereich Drehen zu sammeln. Mit Herrenknecht-eigenen Testwerkstücken und einer intensiven Schulung tastete man sich an das Thema heran. Dreher Vitali Hegert unterstützte das Frästeam und durchschaute – ohne vorherige HEIDENHAIN-Erfahrung – sofort die HEIDENHAIN Dreh- und Fräszyklen.

Fräsen und Drehen in einer Aufspannung

Erleben Sie, wie Sie auf einer Fräs-Dreh-Maschine mit TNC 640 das Werkstück komplett aus einem Guss bearbeiten können: Fräsen – Drehen – Fräsen in beliebiger Reihenfolge. Dabei können Sie programmgesteuert im NC-Programm beliebig zwischen Dreh- und Fräsbetrieb wechseln.

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TNC 640 erleichtert faszinierende Bearbeitungen

MTE Maschine und TNC 640 beherrschen diese Kombinationsbearbeitungen so, dass sie für die Anwender einfach zu bedienen sind. Dabei legt Herrenknecht Wert auf selbstständig agierende Mitarbeiter, die direkt an der TNC-Steuerung alle Standardbearbeitungen selbst programmieren.

Die TNC 640 macht die komplexen Bearbeitungen transparent, sodass unsere Maschinenbediener den Bewegungsablauf der Steuerung gut nachvollziehen können.

Uwe Liedl, Programmierer bei Herrenknecht

Dabei lässt die TNC dem Bediener immer die Wahl zwischen unterschiedlichen Strategien. Komplexe Bearbeitungen werden dadurch leichter überschaubar. 

Für noch mehr Vertrauen sorgt die neue detailreiche 3D-Simulationsgrafik. Maschinenbediener Vitali Hegert prüft alle Bearbeitungen vorab, dabei stellt er die Optionen für die Vorschaugrafik ganz einfach auf seine Anforderungen ein: die Darstellung von Werkzeugwegen, Rohteilkanten oder transparente Ansichten.

TNC 640 verwirklicht kürzere Durchlaufzeiten im Projektgeschäft

Die Komponentenfabrik der Herrenknecht AG liefert mit aktuell 462 Mitarbeitern jährlich Bauteile im Wert von 60 Millionen Euro an die Montage: Bohrköpfe, Schneidwerkzeuge, Getriebegehäuse, Ringe und vieles mehr – Einzelteile aus zähharten Verschleiß- oder Feinkornstählen wie Hardox® 500 oder S690. Dabei sorgten unterbrochene Schnitte bisher für Zeitverlust und lange Durchlaufzeiten.

TNC 640 unterstützt agile Produktion

Das Zusammenspiel aus Bettfräsmaschine und HEIDENHAIN Fräs-Drehsteuerung TNC 640 macht komplexe Bearbeitungen mit wenigen Aufspannungen möglich. So wurde zum Beispiel ein 800 mm langer Rohling mit 960 mm Durchmesser und 4000 kg Gewicht auf der neuen Maschine komplett gefräst und gedreht. Dabei gab es Anforderungen wie Taschen-Querbohrungen, Planfräsen mit geschwenktem Kopf, Rändelfräsen und einiges mehr. 80 % wurden zerspant – 850 kg blieben übrig.